Abstract for 3. Sprachkontakt und kulturelle Interferenzen in Ousmane Sembenes Le Mandat: linguistische und kulturelle Strategien zur Darstellung postkolonialer Realität

Diese Studie analysiert sprachliche und kulturelle Interferenzen in Ousmane Sembènes Le Mandat, um zu verstehen, wie der Autor Sprache dekolonisiert und durch eine hybride Ästhetik eine afrikanische Identität wiederherstellt. Durch die Vermischung von Wolof und Französisch schafft Sembène einen Schreibstil, der die soziale Vielfalt des postkolonialen Senegals widerspiegelt. Die Analyse basiert auf drei Dimensionen: sprachlich (phonetische, morphologische und semantische Interferenz), kulturell (Werte, Überzeugungen, soziale Praktiken) und narratologisch (Mündlichkeit, Sprichwörter, Dialoge). Diese sprachliche Hybridität, die durch Transposition, Metaphern und Ironie gekennzeichnet ist, spiegelt den Wunsch des Autors wider, die Kolonialsprache in ein Instrument endogenen Ausdrucks zu verwandeln. Auf kultureller Ebene offenbart Le Mandat die Spannungen zwischen Tradition und Moderne, Solidarität und Korruption, Glauben und Desillusionierung. Die Literatur wird so zu einem Raum des Widerstands und der Aufwertung der afrikanischen Würde.