Abstract for 4. Die Präsidentschaftswahlen 2025 in der Côte d’Ivoire und Kamerun in der deutschsprachigen Presse: Zwischen Eurozentrismus, Fernjournalismus und verfassungsrechtlicher Instrumentalisierung

Dieser Beitrag untersucht die Darstellung der Präsidentschaftswahlen 2025 in der Côte d’Ivoire und Kamerun in ausgewählten deutschsprachigen Medien. Im Fokus stehen die Kandidaturen der amtierenden Präsidenten Alassane Ouattara, Paul Biya und die der Opposition sowie die damit verbundenen politischen und verfassungsrechtlichen Kontroversen. Die Analyse basiert auf einer qualitativen Diskursanalyse von Artikeln aus führenden deutschsprachigen Medien und wird durch postkoloniale und medienkritische Ansätze theoretisch fundiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Berichterstattung durch strukturelle Verzerrungen geprägt ist, insbesondere durch den sogenannten Journalismus der Ferne und eurozentrische Deutungsmuster. Während ersterer zu faktischen Ungenauigkeiten und Kontextverlust führt, basiert letzterer auf impliziten normativen Vorstellungen westlicher Demokratie. Gleichzeitig offenbaren die politischen Entwicklungen vor Ort eine komplexe Dynamik zwischen Verfassungsrecht, Machtkonsolidierung und gesellschaftlicher Legitimität.